Die Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | BY-KanU | BeTA2007 |
|---|---|---|
| Gebietsbezug | Bayern | Deutschland |
| Ausgangsbezug | DHDN90 im bayerischen Modell | DHDN |
| Zielbezug | ETRS89 | ETRS89 |
| Ursprünglicher Schwerpunkt | Geofachdaten mit Katasterbezug | Geotopographische Daten / ATKIS |
| Verwendung in KoordiConvert | Originales vollständiges Regionalmodell | Bundesweites Modell für geeignete DHDN-Transformationen |
Die AdV-Dokumentation zu BeTA2007 beschreibt den bundesweiten Ansatz im Submeterbereich. Dieser Geltungsanspruch wird durch mehr Nachkommastellen im Ergebnis nicht zu einer Zentimeterzusage.
GK nach UTM ist mehr als eine neue Zahlendarstellung
Bei der üblichen Umrechnung von DHDN/Gauß-Krüger nach ETRS89/UTM ändern sich zwei Dinge: die Kartenabbildung und der geodätische Bezug. Die Projektion bestimmt, wie die Lage auf eine Ebene abgebildet wird. Das Gitter modelliert die örtlichen Verschiebungen beim Wechsel des Bezugs.
Die Rechenkette lautet vereinfacht: GK-Koordinaten in geographische DHDN-Koordinaten zurückrechnen, den Datumsübergang mit dem gewählten Gitter berechnen und anschließend nach UTM projizieren. Diesen Aufbau dokumentiert die AdV. Stimmen nur die Namen der Quell- und Zielsysteme überein, kann trotzdem ein anderes Gitter innerhalb dieser Rechenkette verwendet werden.
Welches Modell passt zu meiner bayerischen Punktliste?
Für einen bayerischen Projektbestand, der mit BY-KanU umgestellt wurde oder an dessen bisherige Ergebnisse anschließen soll, ist BY-KanU die passende Ausgangsbasis. Für eine bundesweite geotopographische Zusammenführung kann dagegen BeTA2007 zum vorgesehenen Datenstandard gehören. Maßgeblich sind Herkunft, Zweck und bisheriger Transformationsweg der Daten.
In KoordiConvert wählt „Automatisch“ pro Punkt ein abdeckendes Regionalmodell. Für geeignete bayerische Punkte ist das originale BY-KanU integriert. Im Ergebnis steht, welches Modell tatsächlich verwendet wurde. Bei einer ausdrücklich gewählten Regionaltransformation werden Punkte außerhalb der gültigen Abdeckung nicht stillschweigend mit diesem Modell extrapoliert.
Ein Modellvergleich ist sinnvoll, wenn Sie erklären müssen, warum zwei Programme verschiedene Ergebnisse liefern. Für den Produktivbestand wird anschließend ein eindeutig dokumentierter Transformationsweg verwendet. Eine feste Differenz „BY-KanU minus BeTA2007“ lässt sich nicht pauschal von jedem Punkt abziehen: Die Abweichung hängt von der Lage ab.
Zwei Programme vergleichen, ohne verschiedene Dinge zu messen
Für einen aussagekräftigen Vergleich bekommen beide Programme dieselben ungerundeten Eingangszahlen. Zusätzlich müssen geodätischer Bezug, GK-Streifen, UTM-Zone und Präfix übereinstimmen. Erst dann lässt sich eine verbleibende Differenz sinnvoll auf das Transformationsmodell oder dessen Auswertung beziehen.
Halten Sie den ausgeschriebenen Modellnamen und gegebenenfalls den Modellstand fest. Eine Einstellung wie „hochgenau“ oder „Deutschland“ identifiziert kein bestimmtes Gitter. Auch ein korrekter EPSG-Code für die Zielkoordinaten legt das Gitter nicht zwingend fest.
Die GK4-Eingabedatei und BY-KanU-Sollausgabe bieten dafür ein dokumentiertes Paar. Der vollständige Produktablauf steht in der Bayern-Anleitung; die Gitterübersicht nennt die weiteren verfügbaren Modelle.
Quellen und weiterführende Nachweise
Inhaltlich verantwortlich: KoordiConvert · Stand 03.11.2026 · Redaktion und Prüfmethode