Typische Zahlenbilder im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt denselben bayerischen Rechenprüfpunkt in drei Darstellungen. Die Werte dienen zum Erkennen der Größenordnung.
| Mögliche Darstellung | Rechtswert / Ostwert in m | Hochwert / Nordwert in m | Auswahl in KoordiConvert |
|---|---|---|---|
| GK4 | 4470142,720 | 5329099,795 | Gauß-Krüger Zone 4 |
| UTM32 kurz | 693397,328 | 5330596,901 | UTM Zone 32N (ETRS89) |
| UTM32 lang | 32693397,328 | 5330596,901 | UTM Zone 32N mit Zonenkennziffer |
Die Hochwerte sehen bei GK und UTM ähnlich aus. Die erste Stelle des Rechts- beziehungsweise Ostwertes liefert oft den auffälligeren Hinweis. Zahlen um 48 und 12 könnten dagegen geographische Breite und Länge in Grad sein. Werte in einem lokalen Baustellennetz können nochmals völlig anders aussehen.
In dieser Reihenfolge lässt sich das System klären
- Metadaten lesen: Dateikopf, Begleitmail, Planstempel, Projektdatei oder Exportdialog enthalten oft die vollständige Bezeichnung.
- Herkunft prüfen: Welches Messgerät, welcher Korrekturdienst und welche Bürosoftware haben die Werte erzeugt? Entscheidend sind deren Einstellungen beim Export.
- Darstellung und Einheiten prüfen: Meter oder Grad, mit oder ohne Zonenpräfix, Ost/Nord oder Nord/Ost.
- Datum prüfen: DHDN, RD/83 und PD/83 sind unterschiedliche geodätische Bezüge, auch wenn die Projektion jeweils Gauß-Krüger heißt.
- Kontrollpunkt vergleichen: Einen räumlich bekannten Punkt mit den erwarteten Koordinaten oder belastbaren Projektdaten abgleichen.
Ein EPSG-Code hilft, wenn bekannt ist, dass er zum tatsächlichen Export gehört. In KoordiConvert stehen beispielsweise GK4/DHDN als EPSG:31468 und UTM32/ETRS89 als EPSG:25832 zur Auswahl. Die Kennzahl allein beschreibt noch nicht jedes Transformationsdetail, insbesondere nicht das für den Datumswechsel verwendete Gitter.
Wenn im Feld versehentlich das falsche System gewählt wurde
Ein typischer Fall: Die Messung wurde sauber aufgenommen, aber die Punktdatei im falschen Ausgabesystem exportiert. Liegt ein georeferenzierter Bestand im tatsächlich verwendeten System vor, kann die Datei in das benötigte Zielsystem transformiert werden. Eine erneute Feldaufnahme ist allein wegen des falschen Exportformats nicht immer erforderlich.
Wählen Sie im Rechner als Quelle das System, in dem die gespeicherten Zahlen wirklich vorliegen. Das ursprünglich gewünschte System wird als Ziel eingetragen. „Eigentlich sollte das UTM sein“ ist keine brauchbare Quelle, wenn die Datei tatsächlich GK4-Werte enthält.
Eine fehlerhafte lokale Kalibrierung, falsche Antennenhöhe oder unzutreffende Baustellenanpassung ist eine andere Fehlerursache. Solche Einflüsse lassen sich nicht durch bloßes Umschalten von GK4 auf UTM32 beseitigen. Dafür müssen die tatsächlichen Projektparameter rekonstruiert werden.
Nach der Klärung die ganze Datei umrechnen
Ist die Quelle bestätigt, lässt sich die gesamte Liste in einem Ablauf bearbeiten: Datei laden, Spalten zuordnen, Quell- und Zielsystem wählen, Ergebnis prüfen und exportieren. Für geeignete bayerische DHDN90-Daten ist das originale BY-KanU bereits integriert.
Der GK/UTM-Arbeitsablauf erklärt die Systemwahl. Bei achtstelligen Ostwerten hilft UTM mit Zonenpräfix. Ein prüfbarer Ausgangspunkt ist die GK4-Beispieldatei mit UTM32-Sollausgabe. Danach können Sie die eigene Punktliste umrechnen.
Quellen und weiterführende Nachweise
Inhaltlich verantwortlich: KoordiConvert · Stand 03.11.2026 · Redaktion und Prüfmethode